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Die Schwazer Dichterin Cordula (Peregrina) Wöhler

und ihre Beziehungen zu St. Georgenberg
von P. Thomas Naupp OSB

P. Beda Vergeiners’ Tagebuchnotizen gaben Anlass, die fast vergessene Schwazerin Cordula Wöhler wieder neu zu entdecken und einem breiteren Interessentenkreis vorzustellen.
Nachdem auch der langjährige Wallfahrtspriester P. Beda nur mehr den älteren Schwazern präsent sein dürfte, sei vorab sein Leben in angemessener Kürze skizziert.

Der Wallfahrtspriester P. Beda Vergeiner (1868–1947)
P. Beda wurde als Jakob Vergeiner am 16. Juli 1868 in Fügen/Zillertal geboren; sein Vater Jakob stammte aus St. Justina (politischer Bezirk Lienz) und seine Mutter, Kreszenz, geb. Stadler, aus Jenbach. Da sein Vater eine Anstellung als Portier der Schwazer Tabakfabrik bekommen hatte, übersiedelte die Familie schon zwei Monate nach der Geburt des kleinen Jakob nach Schwaz, wo er dann die Volksschule besuchte und auch von 1875 bis 1878 eifriger Ministrant an der dortigen Pfarrkirche war.
Die Matura legte Jakob Vergeiner am Vinzentinum in Brixen 1886 ab; danach trat er ins dortige Priesterseminar ein, wo er auch sein Theologiestudium absolvierte. Die Primiz feierte er am 23. November 1890 in der Pfarrkirche zu Schwaz.
Sein erster Seelsorgsposten war Tux im Zillertal (Dezember 1890 bis Mitte April 1893); gleich darauf wurde er „provisorischer Pfarrer“ in Ochsengarten (1893 bis 1900), ehe er in der Benediktinerabtei Seckau von Mitte August 1900 bis Anfang Juni 1901 das Noviziat machte (Klosternamen Ephraim der Syrer). Dann hielt er sich von Juni bis Mitte September 1901 in der landwirtschaftlichen Lehranstalt Rotholz auf, bis er ins Stift Fiecht eintrat, wo Jakob Vergeiner mit dem Ordensnamen Beda am 22. September 1901 eingekleidet wurde.

P. Beda als Maler
P. Beda wurde gleich mit dem Posten eines Zeichen- und Religionslehrers an der Klosterschule betraut. Von 1912 an bis zu seinem Tod (mit Unterbrechungen im Zweiten Weltkrieg, Klosteraufhebung!) bekleidete er den Posten des Wallfahrtspriesters auf St. Georgenberg, musste allerdings nach dem Ersten Weltkrieg (bis 1924) noch einmal an der Fiechter Klosterschule als Zeichen- und Kalligraphielehrer fungierte.
Bereits in Vergeiners Schulzeit war sein ausgezeichnetes Zeichen- und Maltalent sichtbar, das der 1909 verstorbene Brixner Dombenefiziat Ferdinand Gatt entsprechend förderte. Im Jahr 2006 erschien ein ansprechender Bildband mit dem Titel: „P. Beda Vergeiner – Wallfahrtspriester, Illustrator und Landschaftsmaler“, worin der Stiftsarchivar von Fiecht sein malerisches Œuvre vorstellt und würdigt.

P. Beda als Dichter
P. Beda befasste sich sehr intensiv auch mit religiöser Lyrik. 1918 konnte er sogar ein Büchlein in Druck herausbringen, das er mit „Mater dolorosa. Eine Dichtung zu Ehren der schmerzhaften Gottesmutter von Br. Rathold (= P. Beda Vergeiner O.S.B.)” betitelte, und das in Innsbruck im Verlag der Monatrosen erschien. Die Marien-Zeitschrift „Monatrosen zu Ehren der seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria” (siehe gleichnamiger Verlag) wurde von den Serviten in Innsbruck redigiert und herausgegeben. In derselben Zeitschrift erschien nicht ganz zehn Jahre später eine weitere religiöse Dichtung P. Bedas – „Die Rosenkranzkönigin”, die aber nicht mehr zur Gänze abgedruckt wurde.
Auch die 24 Bände „Poesie” (religiöse Dichtung, z. T. mit eigenen handschriftlichen Illustrationen,) zeugen von seiner dichterischen Ader. Weiters läßt er in seinen Tagebüchern (18 Faszikel von 1906–1910, „Aus dem Lebenslauf eines Waldbruders”, begonnen 1928; „Aus dem Lebenslauf eines alten Oxenpfarrers”, 1936; „Rund um Stams”, „Erinnerungen eines alten Oxenpfarrers”, „Gott in der Natur – Erinnerungen an St. Georgenberg”, mit 10 Illustrationen, 1923, und schließlich die zwei Bände „Chronik von St. Georgenberg in Versen abgefaßt”, 1938) nicht nur Malerisches, sondern auch Lyrisches einfließen.
Zur Zeit der Klosteraufhebung (1941–1945) durch die Nazis musste P. Beda mit mehreren Mitbrüdern zunächst ins Exil (Kloster Ettal/Bayern), ehe er als „Behüter“ des Georgenberger Gnadenbildes in der Stiftspfarre Stans kaserniert wurde. Erst am 1. Juli 1945 kehrte der Konvent wieder feierlich mit dem Bild der Schmerzhaften nach St. Georgenberg zurück.
P. Bedas’ letzte Bleistiftzeilen stammen aus der Zeit um Ende April 1947, sieben Monate vor seinem Tod: „Nun bin ich nach unserem Exil bereits wieder fast zwei Jahre in meiner alten schönen Heimat auf dem St. Georgenberg. Im ganzen sind es nun bald volle 30 Jahre. Gegenwärtig bin ich leider etwas unpäßlich und muß viel zu Bette liegen und so habe ich viel freie Zeit, an der Hand meiner Skizzenbücher über mein langes Leben nachzudenken. Geboren 1868 trifft es nun heuer am 16. Juli bereits meinen achzigsten Geburtstag. Wie viele große Gnaden habe ich in dieser langen Zeit von Gott erhalten!“
Freilich ins 80. Lebensjahr ist P. Beda eingetreten, konnte es aber nicht mehr vollenden, denn am 5. Dezember 1947 schloß er seine Augen für diese Welt, und am 9. Dezember darauf fand er im idyllischen Friedhof bei der Lindenkirche sein letztes „irdisches Ruheplatzl“, wo er mit seinen bereits früher dort bestatteten Mitbrüdern der Auferstehung entgegenharrt.

Cordula Wöhler trat erst spät in P. Bedas Bewußtsein
Apropos P. Beda als religiöser Lyriker! Diese Begabung, die auch C. Wöhler besass, liefert uns schon einen wichtigen Grund, weswegen diese Dichterin Verbindungen zu Georgenberg pflegte. Allerdings versah Wöhler bereits Ende des 19. Jahrhunderts Wallfahrts- und Andachtsbildchen mit religiös tiefgehenden Gebetsversen und trat daher bereits an die Fiechter Patres heran, die vor P. Beda Wallfahrtspriester auf St. Georgenberg waren. Diese echt fromme Schriftstellerin trat eigentlich erst posthum so richtig in P. Bedas’ Bewußtsein, denn erst im Juli 1943 zeichnete Vergeiner in seinem selbstbiographischen Tagebuch „Geschichte eines alten Wallfahrts-Paters von St. Georgenberg, in Versen erzählt von P. Beda V.“ (begonnen 1936), Partien vom Schwazer Friedhof und das Wohnhaus der Dichterin Cordula Wöhler und schreibt dazu: „Der liebe Friedhof von Schwaz, wo so viele nächste Verwandte und gute Bekannte seit meiner frühesten Jugend die zeitliche und hoffentlich auch die ewige Ruhe gefunden haben. Allen, die auf diesem Friedhof ruhen, soll täglich ein besonderes Memento gelten in allen hl. Messen, die ich mit Gottes Gnade lesen werde. R. I. P.“ – und dann heißt es weiter: „Nebenstehendes Bild ist das Haus der Dichterin Cordula Peregrina in Schwaz, am Inn gelegen. Sie hat dasselbe bewohnt in den Jahren 1880–1916, in welch’ letzterem Jahre sie starb. Ihre Grabstätte befindet sich an der Kirchenmauer des Friedhofs von Schwaz…“ Übrigens erwähnt hier P. Beda nicht, dass seine Eltern auch auf diesem Schwazer Friedhof ruhen. Seine Mutter verstarb bereits im Frühjahr 1879 und sein Vater 1891.
Am 5. März 1942 berichtet er dann über Cordula Peregrina Wöhler folgendes:
„Gegenwärtig habe ich eine hochinteressante Lektüre. Es ist die Convertiten-geschichte meiner Landsmännin Cordula Peregrina Wöhler, dargestellt nach ihren eigenen Tagebuchaufzeichnungen und den Briefen ihres geistlichen Vaters und Führers Alban Stolz, zusammengestellt und herausgegeben von Dr. Julius Mayer, Professor in Freiburg (sechste Auflage 1918). Schon seit langem habe ich kein Buch mehr mit solchem Interesse gelesen wie dieses. Doppelt interessant mag es für mich wohl auch deshalb sein, weil Cordula Peregrina tatsächlich meine Landsmännin war, trotzdem ihre Geburtsheimat hoch droben an der Ostsee bei Rostock war. Der Name Cordula Peregrina war mir schon in meinen Studentenjahren bekannt, aber ich wußte von ihr nur, daß sie eine Pastorstochter aus Deutschland war und von der protestantischen zur katholischen Religion übergetreten war und nun verheiratet in Schwaz lebte. An ihrem Häuschen, dem alten Zollhause in Schwaz, vor dem damals auch noch der Zollbaum auf- und niederpendelte, bin ich wohl oft vorbeigegangen. Näher kannte ich sie allerdings nicht, nur daß sie eine Dichterin war, wußte ich. Öfters gesehen habe ich sie erst in ihren alten Tagen, nachdem ich Pater im Stift Fiecht geworden war. Damals war der hochwst. Abt Albert Wildauer ihr Beichtvater und geistlicher Berater, weshalb sie im Stift Fiecht öfters verkehrte. Im Kriegsjahre 1916 ist sie dann gestorben und hat ihre letzte irdische Ruhestätte an der Kirchenmauer der Pfarrkirche in Schwaz gefunden, welcher Ort ihre zweite Heimat geworden ist, da sie in ihre nordische protestantische Heimat an der Ostsee in Mecklenburg nicht mehr zurückkehren durfte und auch nicht wollte. Wie ich jetzt aus den Tagebüchern ihrer Jugendzeit ersehe, hat sie damals für das katholische Tirol riesig geschwärmt – kein Wunder, wenn der Traum ihrer Jugend endlich in Erfüllung ging. In Schwaz wohnte sie vom Jahre 1881 bis 1916, also volle 35 Jahre. Und so ist sie wirklich meine Landsmännin gewesen. Denn die Gegend von Schwaz und Umgebung war und ist auch jetzt noch meine Heimat, in der ich den größten Teil meines Lebens zugebracht habe.“
Nach diesen knappen, stenographischen Aufzeichnungen P. Vergeiners wollen wir nun versuchen, das außergewöhnliche Leben dieser charismatischen Frau nachzuzeichnen.

Cordula (Peregrina) Wöhler (1845–1916)
Im Jahr 1845 wurde Cordula Wöhler zu Malchin in Mecklenburg geboren. Ihre glückliche Kindheit und Jugend verlebte sie im evangelischen Pfarrhaus zu Malchin und zu Lichtenhagen. Ihr Vater war evangelischer Pfarrer.
Erzählungen des katholischen Pfarrers Schristoph von Schmid ergriffen schon in früher Jugend ihre Seele. Schriften von Ida Gräfin Hahn-Hahn machten sie vertraut mit katholischem Denken. Als Sechzehnjährige betrat sie erstmals eine katholische Kirche. Die Gegenwart Christi im Allerheiligsten Sakrament entflammte ihr Herz.

Die Bücher von Alban Stolz (1808–1883) fesselten sie so sehr, dass sie schließlich mit dem großen badisch-württembergischen Schriftsteller den Briefwechsel aufnahm. Alban Stolz führte sie nun hin zum katholischen Glauben und heim zur katholischen Kirche. Doch wie viele Opfer und Leiden kostete dieser Schritt, den sie erst tun konnte, als sie volljährig war und das 25. Lebensjahr erreicht hatte. Am 10. Juli 1870 wurde sie in Freiburg i. Br. durch den H. H. Weihbischof in die katholische Kirche aufgenommen und kurz darauf gefirmt. Am 16. Juli empfing sie dann zum ersten Mal den Leib des Herrn.
Der Abschied von Heimat, Eltern und Geschwistern bereitete ihrem Herzen tiefes Leid, zumal es ihr bewußt war, diese nie wieder zu sehen. Gottes Fügung führte sie von Norden in den Süden. Größtenteils in Armut und Entsagung vollzog sich ihr weiterer Lebensweg im fernen Tirolerland.

Bevor wir sie ins „Tirolerland“ begleiten, das ihre zweite Heimat bis zum Tod geworden ist, wollen wir noch einige spannende Momente kurz vor ihrer Konversion betrachten.

Gefühle vor der Konversion
Die letzte Nacht im Elternhaus verbrachte Cordula fast schlaflos. Dann kam die schwere Stunde des Abschieds. Der Vater fuhr mit seiner Tochter nach Rostock und brachte sie an den Bahnhof. Cordulas Tagebuch berichtet darüber: „Seine letzten Worte waren warm, ohne Bitterkeit, wenn auch wenig hoffnungsvoll für mich in bezug auf ein Wiedersehen meiner geliebten Heimat, was er nur daran knüpft, wenn ich in die äußerste Bedrängnis und Not käme und mich dann reumütig an die Meinen wendete. Nun, Deus providebit (Gott wird’s lenken!), auch das Wiedersehen!”
Die Reise nach Freiburg bedeutete für Cordula den Markstein eines ganz neuen Lebensabschnitts. Sie sah Alban Stolz zum ersten Male bei der Zelebration der hl. Messe am frühen Morgen des 4. Juli in der Kapelle eines Schwesternklosters. Noch am gleichen Vormittag konnte sie ihn besuchen, und auch an den folgenden Tagen weilte sie je eine Stunde bei ihm. Sie fand ihn viel älter aussehend als sie erwartet hatte. „Ganz frappiert”, schreibt sie in ihr Tagebuch, „hat mich seine Redeweise; sie ist so ganz anders als ich gemeint; ich dachte sie mir rasch und lebhaft – nach seinen Schriften zu urteilen – und hatte einmal gehört, dass sein Organ scharf und knarrig wäre; nun aber ist es weich und wohllautend, und der hauptsächlichste Eindruck ... ist die sanfteste Ruhe. Es ist mir unbegreiflich, dass er scharf sein könnte wie er in seinen Büchern doch manchmal scharfe Bemerkungen macht.“
Von einem Ausflug in die Umgebung Freiburgs, zum nahegelegenen St. Ottilien, am 9. Juli, schreibt Cordula: „Wie staunte ich, als wir die Steintreppe zur Kirche hinabstiegen ... bis zur Quelle. Ich hatte es ja oft genug in der Legende von Alban Stolz gelesen, aber das Sehen jetzt war doch noch viel schöner. Nachher war ich ganz allein in der unteren Kirche, das war das Schönste ... Zu meinen Füßen rieselte die Ottilienquelle so süß, so leis, so heilig geheimnisvoll, als erzählte sie in wortloser und doch so lieb verständlicher Melodie jedem neuen Pilger aufs neue die Geschichte der hl. fürstlichen Jungfrau Ottilia – und in meinem Herzen, da war ein anderes dreifaches Quellenrieseln, das immer mir vorsang: Morgen – Taufe – Glied der Kirche ... Es war das stillste und seligste Ausruhen mit aller nur denkbaren Glücksfülle vor mir; es war mir unmöglich, etwas anderes zu denken, zu wünschen oder zu wollen, als dass ich heute in St. Ottillen war und morgen ein Kind der Kirche werden sollte. Ich weiß nicht, ob ich je eine glücklichere Zeit gehabt habe als da an der St.OttilienQuelle – es war himmlisch!“

Zwischenstopp in Eben am Achensee
Ehe Cordula Peregrina nach Schwaz kam, hatte sie im Pfarrhaus zu Eben am Achensee als Hilfe und Stütze der alten und leidenden Häuserin gedient. Waren ihr diese einfachen Arbeiten auch völlig ungewohnt, so empfand sie doch Glück und Frieden besonders dadurch, dass sie sich unter dem Schutze der Dienstmagd Gottes St. Notburga von Tirol fühlte, die einst zu Eben in Diensten gestanden und dort im Schrein über dem Hochaltar ruht.

Sie zog vom Widum in ein Schloss
Als eine Verwandte des Pfarrers um diese Stelle bat, verließ sie das geliebte Eben und kam im Winter 1871 nach Schwaz. Viele Opfer hatte sie zu bringen. Doch der Herr belohnte sie mit innerer Freude. Sie durfte nun durch fünf Jahre dem eucharistischen Heiland ganz nahe sein. Im Wallfahrtskirchlein zu den 14 Nothelfem auf dem Freundsberg bezog sie ein Kämmerlein, durch dessen Chorfenster sie den Altar mit dem Allerheiligsten schauen konnte. Ihr Herz erbebte auch nach vielen Jahren noch, wenn sie das Kirchlein oben auf dem Freundsberg sah oder dieser Zeit gedachte. Im Gedicht hat sie ausgesprochen, was sie empfand:
„Blick denn von deinem Thron da droben
Auf Freundsbergs Höh’ – voll Huld herab,
Herr, auf das Herz, daß manche Proben
Bestand, und kaum mehr fern dem Grab;
Die längste Zeit des Pilgerlebens
Ist jetzt vorbei, – Bald heißt’s: ’Vollbracht!’
Laß hoffen mich, – und nicht vergebens! –
Daß dann dein Licht mir ewig lacht!“

Franziskanerpater als begnadeter Seelenführer
Hier in Schwaz fand sie in Pater Arsenius Niedrist einen begnadeten Seelenführer. Sie selbst schreibt: „Nächst der Gnade des katholischen Glaubens, die Gott mir – mitten in einem erzprotestantischen Ländchen – in so unbegreiflicher Weise zuteil werden ließ, muß ich zeitlebens als zweitgrößte Gottesgnade voll Dank und Demut es preisen, daß ich kaum ein Jahr nach meinem Übertritt ins liebe Land Tirol zuerst nach Eben, dann nach Schwaz kam, und im letzteren Ort unter die Seelenleitung eines der seltensten, gediegensten Ordensmänner unserer Zeit, des damals in Schwaz lebenden Franziskaners Pater Arsenius Niedrist, dessen Name ebenso sehr durch seine enormen Geistesgaben und Talente, als auch durch gründliche Tüchtigkeit in jeder Hinsicht nicht nur in unserem lieben Land Tirol, sondern weit über seine Grenzen hinaus rühmlichst bekannt war, und von alt und jung, reich und arm voll Ehrfurcht und Bewunderung genannt wurde. Dieser wurde mein Beichtvater, fast am ersten Tage schon, wo ich nach Schwaz kam, und was ich ihm von jenem Tage an zu danken hatte, das weiß Gott allein. Worte reichen nicht hin, es zu sagen, auch wenn ich davon sagen wollte!“
Obwohl der fromme Gottesmann schon nach einem Jahr von Schwaz schied, weil er in Innsbruck das Amt eines Provinzials übernehmen mußte, blieb er noch bis an sein Lebensende im Jahr 1886 geistlicher Vater; danach übernahm der Fiechter Abt Albert Wildauer die Seelenführung von Cordula Wöhler.

„Josefsehe“
Im äußeren Leben Wöhlers sollte sich bald eine ungeahnte Wendung vollziehen. ein wohlhabender Bürger aus Bregenz, Joseph Schmid, ein schlichter, sehr religiöser Mann, der die Dichterin aus ihren Werken kannte, bat sie um ein Gelegenheitsgedicht, das er erhielt. Darüber entspann sich ein Briefwechsel, der schließlich zu einem Verlöbnis und einer Heirat führte. Im Jahr 1876 wurde die Dichterin die Gattin Schmids und zugleich die Krone, das Glück seines Hauses, das er in schlichter Weise in vielen Briefen an seine Freunde pries, und es als „Haus von Nazareth“ bezeichnete. Wenn die Ehe auch kinderlos blieb, so erfüllte Cordula doch in bester Weise treue Mutterpflicht an zwei Mädchen. Das eine wurde eine vorbildliche Ehegattin und Mutter, das andere eine ebenso vortreffliche Ordensfrau.
Ab 1905 litt Cordula an einem schmerzlichen Fußleiden, und Anfang Dezember 1915 kam es zu einer großen Herzschwäche, der sie, wohlvorbereitet nach dem öfteren Empfang der hl. Sakramente, schließlich am 6. Februar 1916 erlag. Ihr Gatte folgte ihr gut drei Monate später nach (25. Mai).
Ihre gemeinsame Grabstätte ist an der Südwand der Pfarrkirche Schwaz. Folgender Vers des Dankpsalms 85 ist auf dem Grabstein eingemeißelt: „Ich will dir danken, Herr mein Gott, von meinem ganzen Herzen, und will preisen Deinen Namen ewiglich“.


Die fromme Georgenbergpilgerin und ihr Beichtvater
Die fromme Dichterin war auch eine eifrige Georgenbergpilgerin. Cordula hat sich zwar als Schriftstellerin das Pseudonym „Peregrina“ zugelegt, das aber nun auch zu ihrer Wallfahrtstätigkeit gut passt. Einer ihrer Beichtväter war P. Georg Stautner, der neben dem P. Placidus Diechtl Wallfahrtspriester auf St. Georgenberg war.
P. Georg erblickte als Sohn des königlich bayerischen Stadtgerichtsdirektor Michael Stautner am 26. Mai 1811 in Schwaz das Licht der Welt und trat im Alter von 20 Jahren bei den Benediktinern in Fiecht ein. als 85jähriger Greis schloß er die Augen für diese Welt.
P. Stautners Mutter hieß Gertrud, die von Cordula Peregrina bis zum Tod begleitet und betreut wurde.
Unmittelbar nach dem Tod der Frau Stautner richtete Wöhler am 8. Juli 1872 vom Schloß Freundsberg aus ein warmherziges Brieflein an ihren Georgenberger Beichtvater – darin unterschreibt sie sich mit „Cordula Nothburga“. Daraus ein paar Passagen:
„Montag Abend, 8. 7. 1872
Hochwürdigster Herr!
Das hätte ich nicht gedacht, als ich vor einigen Tagen bei Ihrer lieben, alten Mutter war, daß heut’ ihr Sterbetag sein würde!.
Ganz erstaunt war ich, als ich heute ins Spital kam, und sie so elend fand, fast schon ohne Bewußtsein; aber eine unendliche Freude war’s mir, als sie ihre Augen aufschlug, und, mich erblickend, so lieb und freundlich lächelte, daß wir Alle klar sahen, sie habe mich geschwind erkannt.
Bald darauf verlor sie immer mehr das Bewußtsein, Gesicht und Hände wurden eiskalt, die Augen brachen ein, und die Oberin und ich erwarteten jeden Augenblick das Ende… Um 8 Uhr hörte ich schon, daß die Gertrud gestorben sei! Und wahrlich, mir fällt bei diesem Sterben das Wort ein: „Kostbar ist in den Augen des Herrn der Tod der Gerechten!“ Sie wird gut rasten jetzt, Ihre liebe, alte Mutter, und unser Herr wird sie recht freundlich aufgenommen haben! Ich habe sie sehr lieb gehabt und mich allemal recht an ihr erbaut! Von ganzem Herzen gönne ich ihr jetzt die ewige Ruh’!
In dieser Woche werde ich drei Kommunionen und täglich einen Kreuzweg für sie aufopfern. Danken wir dem lieben Gott, der Ihre gute Mutter jetzt heimgeholt hat, um ihr droben den ewigen Lohn zu geben.
O, wie froh wird sie auch sein, einen Sohn zu haben, der ihrer täglich am Altar gedenken kann – welch Gnade ist das!
Mein letzter Georgenberger Gang bleibt mir für’s ganze Leben unvergeßlich – er ist reich gesegnet gewesen durch Ihre unaussprechliche Güte und Geduld, durch die kostbare, gnadenvolle Beicht’!
Ich kann Ihnen nie genug dafür danken, – seien Sie aber fest davon überzeugt, daß ich Ihre Worte nie vergessen werde!…
Und, o lieber, lieber Pater Georg, beten Sie mir bisweilen Etwas, daß Gottes Willen ganz und vollkommen an mir geschehen möge, – ich hab’ großes Vertrauen auf Ihr Gebet!
Wenn doch die liebe Muttergottes geben wollte, wenn ich mal wieder nach Georgenberg komme, ich auch wieder den Segen haben möge, Sie dort zu finden! Darum werd’ ich sie schon recht bitten.
Gott segne Sie für alle Güte, die Sie mir erwiesen haben, und lohne Ihnen dieselbe reichlich!
In innigster Ehrfurcht bin ich stets
Ihre dankbare ergebene
Cordula Nothburga.“

Abt von Fiecht als neuer Seelenhirte
Übrigens verwahrt unser Stiftsarchiv ein qualitätsvolles Foto von der Schrift-stellerin C. Wöhler. Das Brustbild, das sie mit dem goldenen päpstlichen Verdienstkreuz „Pro ecclesia et Pontifice“ zeigt, hat sie dem Abt Albert Wildauer, der oftmals ihr Brief-Adressat und nach P. Arsenius ihr Seelenführer war, im Herbst 1910 gewidmet. Auch das Gedichtbändchen „Was das Ewige Licht erzählt“, durch das sie eigentlich als religiöse Schriftstellerin erst so richtig bekannt geworden ist, hat sie ihrem Seelenhirten mit Signatur überreicht.
Würdigung ihres literarischen Schaffens
Dieses Werk, das bei Felizian Rauch in Innsbruck in 20 Auflagen bis zum Jahr 1911 erschien, ist mit einem soliden Prachteinband ausgestattet. Uns Heutigen mag die reichlich gefühlsbetonte Schreibweise der Autorin wohl etwas antiquiert vorkommen. Schon Alban Stolz, mit dem Wöhler seit November 1867 in Briefwechsel stand, hat sich dazu in einem Brief vom 2. April 1868 kritisch geäußert: „So verwandt Sie mir im Geist sind, so sehr sind Sie polarisch verschieden von mir im Gemüt. Was ich zu wenig habe, haben sie zu viel… Zu viel Gemütsliebe bringt die Gefahr mit sich, daß man unfrei wird.“ Und im August 1869 heißt es: „Du gebrauchst, wie es überhaupt bei Norddeutschen üblich scheint, zu oft exaltierte Beiwörter. Es benimmt dieses dem Stil den Goldwert der strengen Wahrheit.“
Ein Süddeutscher (A. Stolz) bescheinigt einer Norddeutschen (C. Wöhler) zu starke Gefühlsbetontheit?! Wie kann man das verstehen?
Aber ganz abgesehen von ihrer vielleicht manchmal zu überschäumenden religiösen Ausdrucksweise, die vielfach wohl auch ihrem Temperament entsprang, spricht wohl in erster Linie aus ihren über 30 Publikationen (Bücher) eine „anima candida“, eine fromme, kindliche und glücklselige Konvertitin. Wöhlers Dichtungen sind über weite Strecken Sakramentsdichtungen, und diese kreisen fast alle um Gedanken und Empfindungen, die man mit den Worten umschreiben könnte: Jesus im Tabernakel ist da, er versteht mich in meinen Sorgen, Leiden und Feuden; er hilft, tröstet, verzeiht und stärkt den guten Willen.
Unüberschaubar sind die Gesänge, die zum Lobpreis Gottes und zu Ehren Mariens seit alters her in unseren Gotteshäusern immer wieder einmal erklingen. Aus dieser Vielzahl sind uns manche (melodisch) ganz besonders vertraut. Und obwohl uns diese wahren Volksgesänge ans Herz gewachsen sind, sind uns ihre Schöpfer oft unbekannt. Dass das ergreifende Marienlied „Segne du, Maria, segne mich, dein Kind“, das im ganzen deutschen Sprachraum gern gesungen wird, von der Schwazer Dichterin Wöhler stammt, wissen wohl die wenigsten (Schwazer).
Fromm und trotzdem lebensnah sind Wöhlers religiöse Sprüche auf den Rückseiten der Primiz- und Erinnerungsbildchen. Unübersehbar ist die Zahl ihrer Gedichte und der in Versform komponierten Gebete auf den Wallfahrts- und Andachtsbildchen, die der Tiroler Josef Müller, der in München 1896 die „Kunstanstalten Josef Müller“ ins Leben gerufen hat, gerne auf den Bildchen seines Verlagsangebotes abdruckte. Übrigens Josef Müller, 1872 in Imst geboren, besuchte die Fiechter Konviktschule, ehe er in Innsbruck die Buchhändlerlehre absolvierte und dann nach München ging. Der religiöse Kunstverlag Müller lieferte Andachtsbildchen in 40 Sprachen in alle Länder Europas. Als Josef Müller 1935 starb, führte seine Tochter die Firma weiter, die dann – um die Verlagsrechte zu wahren – „Ars Sacra Josef Müller“ hieß, für die übrigens auch die Schwazer Künstlerin Maria Spötl unzählbare Bildmotive lieferte. 1979 übernahm der Urenkel J. Müllers, Marcel Nauer, den Familienbetrieb, den er zugunsten marktwirtschaftlicher Erfolge in „arsEdition“ umbenannte.
Mit einer Gedicht-Kostprobe aus Cordula Peregrina Wöhlers Feder möchte ich diesen Beitrag beschließen. Da es hier Aufgabe war, ihre Beziehungen zu St. Georgenberg aufzuzeigen, sei ihr tieffühlendes Gedicht „Gruß an die Gnadenmutter von Georgenberg“ zitiert:


Gruß an die Gnadenmutter von Georgenberg
1.
Mutter vom Georgenberge,
Schmerzensmutter lieb und mild,
Immer zieht es uns auf‘s Neue
Hin zu deinem Gnadenbild;
Linder uns‘re Tränen fließen,
Minder drückt des Leidens Last,
Wenn wir hier zu deinen Füßen
Betend knien in stiller Rast!

2.
Mutter vom Georgenberge,
Sieh’ uns hier von fern und nah’,
Alle sind wir deine Kinder,
Alle brauchen Hilfe ja;
Uns’re Noth ist gar verschieden,
Aber gleich ist unser Fleh’n:
Alle suchen Ruh’ und Frieden
Hier auf dieses Berges Höh’n!

3.
Mutter vom Georgenberge,
Weiter Weg ist heut’ gemacht,
Mancher Tropfen Schweiß geflossen,
Manches Opfer dir gebracht,
Kamen doch aus weiter Ferne
Wir zu diesem Gnadenort,
Gleich dem hellen Hoffnungssterne
Zog Dein Bild uns zu sich fort

4.
Mutter vom Georgenberge,
Oft schon hat man’s uns gesagt,
Daß noch keiner seinen Kummer
Hier umsonst dir hab’ geklagt,
Daß so viele sind genesen
Und befreit von Angst und Pein,
Daß wer immer hier gewesen,
Hilfe fand vor deinem Schrein!

5.
Mutter vom Georgenberge,
Laut verkünden deinen Ruhm
Die Ex Voto an den Wänden
Rings in diesem Heiligthum,
Denn auf jedem steht’s geschrieben,
Daß Maria Hilf’ gebracht,
Daß ihr mildes Mutterlieben
Aller Noth ein End’ gemacht!

6.
Mutter vom Georgenberge,
willst nicht uns du Gleiches thun?
Laß auch uns als deine Kinder
Dir am treuen Herzen ruh’n!
Was so viele schon erfahren,
Laß es auch an uns gescheh’n,
Wollen’s froh dann offenbaren,
Daß auch wir das Heil geseh’n!

7.
Mutter vom Georgenberge,
Keiner kennt wie du den Schmerz,
Todt den Sohn im reinsten Schooße,
Tief vom Schmerz durchbohrt das Herz;
Eine Thräne scheint zu fließen
Über deine Wangen bleich,
Nicht umsonst wir dich begrüßen
Als die Mutter schmerzensreich!

8.
Mutter vom Georgenberge,
Durch dein siebenfaches Weh
Heil’ auch uns’re wunden Herzen,
Send’ uns Hilf’ von Himmelshöh’!
Weil mit dir wir herzlich klagen,
Theilend treu dein tiefes Leid,
Woll’st auch uns du nicht versagen
Gnade und Barmherzigkeit!

9.
Mutter vom Georgenberge,
Möge dieser Wallfahrtsgang
Uns zu reichstem Segen werden,
Gott zur Ehr’ und dir zu Dank!
Und in uns’rer Heimath wollen
Laut wir künden deinen Ruhm,
Weithin Preis und Ehre zollen
Deinem Gnadenheiligtum!

10.
Mutter vom Georgenberge,
Eh’ wir jetzt von dannen geh’n,
Laß noch tief ins liebe Auge
Dir zum letzten Abschied seh’n!
Noch ein Kranz von Opferkerzen
Flammt jetzt auf vor deinem Blick;
Scheiden heißt’s – doch unsre Herzen,
Mutter, bleiben hier zurück!“


Literatur:
Alban Stolz, in: Alte und Neue Welt 1871, S. 139–141.
Alban Stolz als Schriftsteller, in: Der Burggräfler, Beilage Nr. 21 (14. März 1885), Nr. 23 (21. März 1885), Nr. 25 (28. März 1885) und Nr. 26 (1. April 1885).
Alban Stolz als Schriftsteller im Urteile literarischer Autoritäten, o. O., o. J. (nach 1908!), 14 Seiten.
[Alban Stolz] Ein Mann wider den Strom, in: Tiroler Anzeiger, Nr. 238, 14. Oktober 1933, S.3.
Alban Stolz im Briefwechsel mit Kordula Peregrina, in: Der Katholik 1908, Heft 3, Sonderdruck mit eigener Paginierung.
(Professor Dr.) Alban Stolz, in: Der deutsche Hausschatz 1883/84, S. 136f.
[Alban Stolz] Zum 100. Geburtstage eines deutschen Volksschriftstellers, in: Das Vaterland (Morgenblatt) Nr. 53, 2. Februar 1908, S.1–2.
Alban Stolz. Zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages, in: Beilage zu den „Neuen Tiroler Stimmen“ Nr. 26, 1. Februar 1908, S. 5.
Auer Gerd, Bilder zum steten Angedenken, in: Tiroler Bauernzeitung, Weih-nachtsbeilage 19. Dezember 1996, Seite VI-VII.
Auer Gerd, Fromme Bilderlust. Zum 125. Geburtstag des Tiroler Verlegers Josef Müller, in: Tiroler Heimatblätter 2/1997, S. 34–40.
Auer Gerd, Müllers fromme Bilderwelt, in: Präsent Nr. 50, Magazin, 12. Dezember 1996, S. 11–12.
Cordula Wöhler, die Sängerin des allerheiligsten Altarsakramentes, in: Stadt Gottes, November 1916/8. Heft, S. 351f.
Ein Tiroler Verleger und sein Werk (Josef Müller), in: Tiroler Anzeiger, Nr. 51, 1. März 1935, S.9.
Kremer Michael, Kordula (Peregrina) Wöhler (1845–1916), in: „Die Jungfrau der Armen“ (Zeitschrift erscheint in Banneux), Nr. 6, 1964, S. 216–219.
Mayer Julius, Alban Stolz und Kordula Wöhler, Freiburg und Wien 1913.
Meißner Ferdinand, Cordula (Peregrina) Wöhler. Die Dichterin des Liedes „Segne du, Maria, segne mich dein Kind“, in: Benediktus Bote 1969/Heft 5, S.104–107.
Neue Tiroler Stimmen (Abendausgabe), 20. August 1918: Rezension über ein Buch von C. Wöhler.
Neue Tiroler Stimmen, Nr. 55, 7. März 1913 (Anzeige von Kommunion-An-denken aus den „Kunstanstalten Josef Müller“ in München).
Naupp Thomas, Beda Vergeiner – Wallfahrtspater, Illustrator und Landschafts-maler, Berenkamp-Innsbruck 2006.
Naupp Thomas, P. Beda Vergeiner – seine Beziehungen zur religiösen Malerei der Nazarener und zur Krippenkunst, in: Der Krippenfreund, März 2008/1, S. 15–17.
Naupp Thomas, St. Georgenberg in der Poesie (Teil V), in: Georgenberg (Mitteilungsblatt der Freunde von St. Georgenberg, Nr. 7, Juli 1990, S.17–20.
Naupp Thomas, Wallfahrt St. Georgenberg auf Andachtsbildchen, St. Gertraudi 2001.
Staudinger Siegfried, „Segne du, Maria…“ Wie dieses Lied entstand! Zum Gedenken an Jordula Wöhler, Journalverlag Matrei i. O. 2000 (48 Seiten).
Tiroler Volksblatt, 9. Februar 1916 (Todesanzeige von C. Wöhler).
Tiroler Volksblatt, 1. März 1916 (Nachruf).












 


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